Temu & Co.: Schluss mit versteckten Emissionen

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#Medienmitteilung
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Temu & Co.: Schluss mit versteckten Emissionen

Der internationale Onlinehandel ist in der Schweiz angekommen. Täglich erreichen die Schweiz bis zu 500’000 Pakete aus Asien. Gleichzeitig bleibt dieser Handel undurchsichtig und die Produktions- und Lieferbedingungen sind alarmierend. Solange es für dieses Geschäftsmodell keine klaren Regeln gibt, untergräbt es den fairen Wettbewerb in der Schweiz - ökologische und soziale Standards eingeschlossen.

Die Schweiz hat gerade den zweitwärmsten Juni seit Messbeginn hinter sich. Nur der Rekord-Hitzesommer 2003 war noch heisser. Die Ventilatoren liefen auf Hochtouren, die Schweiz bekommt die direkten Auswirkungen der Klimaerhitzung zu spüren. Die Umsetzung des 2023 verabschiedeten Klimaschutz-Gesetz mit dem Netto-Null-Ziel und den Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen ist unter diesen Umständen wichtiger denn je.

Das Gesetz betrifft aber nur den inländischen CO2-Ausstoss. Ganze zwei Drittel unserer Emissionen sind jedoch importiert. Genau bei diesen Importen werden die E-Commerce-Riesen zum Problem: Sie bieten Waren zu Dumpingpreisen an und fliegen diese anschliessend oft genug per Flugzeug ein. Obwohl der Lufttransport rund 50 Mal mehr Emissionen verursacht als der Versand per Schiff, erreicht allein der Onlinehändler Temu gemäss eigenen Angaben ein jährliches Luftfrachtvolumen von 2 Millionen Tonnen.

Hinzu kommt eine völlige Missachtung hiesiger Regeln. Eine Recherche der Republik hat Ende 2024 aufgezeigt, wie Temu systematisch die Grenzen des fairen Wettbewerbs überschreitet und sich jeglicher Verantwortung entzieht. Temu wähnt sich als Plattform, nicht als Hersteller. Woher die Waren genau kommen, was in ihnen drin steckt und wie umweltschädlich sie sind, lässt sich kaum nachvollziehen.

Ein digitaler Produktpass für mehr Transparenz

Nicht nur die Schweiz kennt dieses Problem. Viele europäische Länder haben mit dieser Paketflut zu kämpfen und der Ruf nach besseren Regeln wird lauter. So hat sich die Europäische Union entschlossen, ab 2027 einen verpflichtenden digitalen Produktpass einzuführen. Dieser macht nachvollziehbar, wie umweltfreundlich die Herstellung ist und wie Produkte repariert und entsorgt werden können. 

In der Schweiz tut sich in diesem Bereich viel zu wenig. Trotz zahlreicher Beschwerden heisst es seitens Bundesrat nur: es wird beobachtet. Doch gerade jetzt ist der beste Zeitpunkt, um mehr Transparenz zu schaffen. Deshalb hat der Verein Klimaschutz Schweiz eine Petition lanciert, die den Bundesrat zum Handeln auffordert. Im Gleichschritt mit der EU soll ab 2027 der digitale Produktpass in der Schweiz eingeführt werden.

“Es ist eine Frage des fairen Wettbewerbs. Wir brauchen gleich lange Spiesse für die Importe, besonders was die Emissionen betrifft. Sonst untergraben wir direkt die Bemühungen der einheimischen Wirtschaft”, so Oliver Daepp, Geschäftsleiter des Vereins.

Jetzt Petition unterschreiben!